Antwort Landrätin Schweiger vom Schreiben der Vereine

Nachdem wir nun einige Zeit warten mussten, haben wir eine Antwort der Landrätin Schweiger bekommen und auch die Erlaubnis diese zu Veröffentlichen. Jetzt können sich alle Mountainbiker:innen ein Bild selbst machen vom aktuellen Stand und der Situation in Regensburg und dem Landkreis.

Wir die Vereine bleiben an diesem Thema dran und halten Euch so gut es geht und Erlaubt ist auf dem laufenden auf allen Kanälen.

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DIMB IG Regensburg
DAV, Sektion Regensburg
Veloclub Ratisbona
Bike-Team Regensburg e.V
Loose Riders Regensburg
Bolzen Crew

24. Mai 2022

Mountainbiken im Landkreis Regensburg

Sehr geehrte Damen und Herren, vielen Dank für Ihr Schreiben vom 04. April 2022 und Ihren Einsatz für den Mountainbike-Sport im Landkreis Regensburg. Die Erholung in der Natur wird bundesweit seit Jahren immer beliebter. Insbesondere im Rahmen der Pandemie mit den verordneten Lock-Downs kam es zu einem sprunghaften Anstieg der naturorientierten Freizeitnutzung, die bis heute anhält. Folge ist ein erhöhter freizeitbedingter Nutzungsdruck, insbesondere auf die Wälder, auch bei uns im Landkreis.
Mit dem gestiegenen Nutzungsdruck kommt es leider immer häufiger zu Meinungsverschiedenheiten
zwischen den unterschiedlichen Nutzergruppen. Als Behörde sehen wir uns als neutralen Koordinator
zwischen allen Akteuren, wie bspw. Eigentümern von Wäldern, forstwirtschaftlichen Betrieben, Jägerinnen und Jägern, aber auch Bürgerinnen und Bürgern, die sich im Wald erholen oder Sport treiben.

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hat die Bekanntmachung des
Bayerischen Staatsministeriums für Landesentwicklung und Umweltfragen zum Vollzug des Bayerischen Naturschutzgesetzes um Aussagen zur Geeignetheit von Wegen hinsichtlich des Radfahrens ergänzt, ohne dabei jedoch konkrete Kriterien für eine objektive Bewertung der Wegeeigenschaften zu machen. Die Vollzugsbekanntmachung ist am 16.12.2020 in Kraft getreten und ist unter https://www.verkuendung-bayern.de/baymbl/2020-755/ abrufbar. Sie zwingt nun die Untere Naturschutzbehörden des Freistaats, mit Sitz in den jeweiligen Landratsämtern, auf Antrag zum Handeln und zur Auslegung der unbestimmten Rechtsbegriffe in ihrem Ermessen.
Auf geeigneten Wegen ist das Radfahren in der Natur in keinster Weise eingeschränkt – dass dies aber
nicht den Erwartungen und Anforderungen aller Mountainbiker gerecht wird, ist mir bewusst. Meine
Mitarbeiter prüfen deshalb, gemeinsam mit der Stadt Regensburg, Möglichkeiten für ein offizielles
Trailangebot in mehreren Landkreisteilen, das auch für fortgeschrittene Mountainbiker attraktiv ist.
Auch das von Ihnen angesprochene Grobkonzept auf der Marienhöhe ist in die Überlegungen eines
landkreisweiten Angebotes einbezogen.
Es wurden bereits zahlreiche Gespräche mit u.a. Fachstellen, Waldeigentümern, Rettungsorganisationen und dem Verein für Naherholung geführt. Ein gemeinsamer Lösungsansatz wird von allen Seiten grundsätzlich begrüßt. Auch mit den Mountainbike-Verbänden DIMB und DAV besteht seit Beginn der Überlegungen ein regelmäßiger Austausch. Denn nur wenn Sie, die tatsächlichen Nutzerinnen und Nutzer, ein offizielles Konzept mitgestalten und mittragen, kann es eine entsprechende Lenkungswirkung entfalten. Nur so können die Trails den Anforderungen der Mountainbiker entsprechend gestaltet und somit andere Waldbereiche freigehalten werden.
Grundlage für ein offizielles Konzept ist bspw. die Klärung der Haftungsübernahme von ausgewiesenen Trails, die Übernahme der Pflege und des Unterhalts von potentiellen Trails, als auch v.a. die Bereitschaft der Waldeigentümer entsprechende Privatflächen zur Verfügung zu stellen. Letztendlich kann eine Lösung nur durch ein gemeinschaftliches Miteinander und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten, vom Waldbesitzer bis hin zum einzelnen Biker, erzielt werden.
Im Rahmen der Erarbeitung eines landkreisweiten Mountainbike-Konzepts werden meine Mitarbeiter
zeitnah auf alle Mountainbike-Verbände im Großraum Regensburg zukommen.

LA-unterschrift

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