Schreiben der Regensburger Vereine an die Frau Landrätin Schweiger

Hallo liebe Leser:innen,

anbei kannst du das Schreiben der Regensburger Radsportvereine und Interessengruppen Lesen, was wir in gemeinsamer Zusammenarbeit verfasst haben und der Landrätin Frau Schweiger zukommen haben lassen.

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Frau Schweiger Regensburg,                                                                                                         den 04.04.2022
Landrätin Landkreis Regensburg
Landratsamt Regensburg
Büro der Landrätin
Altmühlstraße 3
93059 Regensburg

Sehr geehrte Landrätin Frau Schweiger,

wir wenden uns als Radsportvereine und -Abteilungen zur Interessensvertretungen der vielen Mountainbiker:innen in und um Regensburg an Sie, in der Hoffnung mit Ihnen in den Austausch zu treten und gemeinsam etwas positives für das Mountainbiken bewegen zu können.
Wir haben gehört, dass Sie sich ebenfalls dafür einsetzen, dass Mountainbiker:innen regional weiterhin die  Möglichkeit haben ihren Sport zur Erholung und Freizeitgestaltung ausüben zu können. Das sehen wir gerade in Gefahr.
Wir stehen seit längerem im Austausch mit einem Waldbesitzer im Bereich der Marienhöhe, mit dem wir an einem Konzept für ein MTB Wegenetz arbeiten. Die positive Lenkung der Radfahrenden durch das Ausweisen dieser Wege soll dazu führen, besonders schützenswerte oder sensible Bereiche des Waldes zu entlasten und mit bedarfsgerechten Angeboten das Entstehen weiterer „wilder“ Wege zu verhindern. Dieses Projekt, so der Ansatz, kann ein Vorbild für weitere Flächen im Raum Regensburg sein, dass ein attraktives MTB-Wege-Netz um die Stadt entstehen kann. Wir greifen hier den Sportentwicklungsplan der Stadt Regensburg auf, der eine solche Ausweisung ebenfalls vorsieht. Dieses Vorhaben kann nur mit der Stadt und dem Landkreis gemeinsam gelingen.
Auch das Landratsamt arbeitet an der Erstellung eines Gesamtkonzepts für den Landkreis Regensburg.
Die Ausweisung der Wege auf der Marienhöhe wäre ein positives Zeichen und ein erster Schritt um Trails und
attraktive Wege für Mountainbiker:innen rund um Regensburg zu schaffen. 
Dies sehen wir aktuell aufgrund beantragter Sperrungen durch die Forsten Thurn & Taxis in Gefahr.
Vor einigen Wochen kamen, nach durch uns initiierte Gespräche, die Forsten Thurn & Taxis mit dem Vorschlag auf uns zu, einen Trail offiziell zu gestatten und für Mountainbiker:innen auszuweisen. Wir haben uns über das  Gesprächsangebot gefreut und uns den Vorschlag angehört. Die für diesen einen Trail verknüpfte Bedingung
seitens der Forste von T&T wäre allerdings alle andere attraktive Wege dafür zu sperren. Das können wir nicht
nachvollziehen. Aus den anliegenden Gemeinden (Regensburg, Keilberg, Grünthal, Wenzenbach, Bernhardswald, Sulzbach, Donaustauf, Tegernheim) sind tausende Mountainbiker:innen auf den Wegen in den Forsten von Thurn & Taxis unterwegs und nutzen dort die Möglichkeit die schöne Natur zu genießen und sich zu erholen. Für so viele Mountainbiker:innen ist ein einziger Trail nicht ausreichend.

Mit Verboten und Wegsperrungen kann man aus unserer Sicht die Radfahrer:innen nicht erfolgreich lenken. Das
würde nur mit bedarfsgerechten Angeboten funktionieren, wie z.B. mit einem für MTB ausgewiesenen Wege/Trail
Netz im Landkreis Regensburg.
Inzwischen ist uns bekannt, dass der Antrag der Thurn & Taxis Forsten für die Sperrung der betreffenden Wege
bereits von der Unteren Naturschutzbehörde genehmigt worden ist. Das heißt, es wird vermutlich nicht mehr
lange dauern, bis Wege gesperrt werden und vielen Nutzer:innen die Möglichkeit der Naherholung genommen
wird. Sehr schockiert hat uns vor allem, dass sogar der Ludwig-Akstaller-Wanderweg nur für uns Biker:innen
gesperrt werden soll. Dies ist eine Ausgrenzung und Diskriminierung einer ganzen Nutzergruppe im Wald. Auch
ein Wanderweg darf laut BayNatSchG und der Bayerischen Verfassung von Radfahrern bzw.
Mountainbikern:innen betreten, beziehungsweise befahren werden. Dieses Grundrecht würde uns hier
genommen werden. Mountainbikern, wie auch Wanderern bereitet ein schmaler Weg durch die Natur mehr
Freude als eine geschotterte Forststraße.
Zurück zum Gebiet Marienhöhe: Eine für uns nachvollziehbare Bedingung des Waldbesitzers ist, dass es rund um Regensburg weitere geeignete Strecken geben müsse, so dass es keine Konzentration allein auf sein Gebiet gibt.
Genau das wäre aber wahrscheinlich der Fall, wenn rund um Regensburg das Befahren von für Radsportler attraktiven Wegen verboten sein würde und es nur einen Bereich mit nutzbarem Angebot gäbe. Von daher sehen
wir nun auch dieses Konzept in sehr großer Gefahr.

Wir als Interessenvertretung der vielen Radfahrenden bitten Sie daher um ihre Unterstützung, den
Mountainbiker:innen der Region Regensburg ein offizielles und vor allem attraktives Wegenetz zu gewährleisten.
Allein in der Stadt Regensburg sprechen wir von tausenden Erholungssuchenden, die mit ihrem Mountainbike in
der Natur unterwegs sind.
Wir wollen weiterhin unserem geliebten Sport nachgehen können, die Natur genießen und somit Geist und Körper stärken. Auch für die durch die Corona-Pandemie gebeutelten Jugend ist es wichtig, wieder hinter der Konsole vorzukommen und sich zu bewegen. Wir dürfen nicht unterschätzen, wie wertvoll es für Kinder und Jugendlichen ist, das eigene Körpergefühl im Einklang mit Umwelt und Natur zu erfahren.
Aus unserer Sicht ist im Hinblick auf ökologische Aspekte ein Sport und eine Freizeitgestaltung zu bevorzugen,
welchen man direkt von zu Hause aus betreiben kann. Zumal nicht alle Menschen gleichermaßen die Möglichkeit haben, schnell und einfach an einen Ort zu gelangen, wo sie Ihren Sport ausüben können, wenn hierzu eine Auto oder Zugfahrt erforderlich ist.
Gerne stehen wir Ihnen mit unserer Fachkenntnis im Bereich MTB jeder Zeit für Gespräche mit dem Ziel
gemeinsam eine zielführende Lösung zu finden zur Verfügung.

Hochachtungsvoll, die Radsportvereine und Mountainbike-Abteilungen aus Regensburg.

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